Intel Kaby Lake im Test : Elf Core i7, i5, i3, Pentium und Celeron im Vergleich

Fünf Kaby-Lake-Prozessoren für Desktop-PCs hat ComputerBase bereits getestet. Mit Core i7-7700, Core i5-7600, -7500 und -7400 sowie Core i3-7100 und Celeron G3930 kommen jetzt sechs weitere zum Vergleich hinzu. Der Test gibt damit einen umfassenden Überblick über Intels aktuelles Angebot an Desktop-CPUs.

Elf Mal Intel Kaby Lake für Desktop-PCs im Vergleich

Ein Monat ist seit dem Start der Kaby-Lake-Prozessoren für das Desktop-Segment vergangen. Inklusive mobiler Ableger gibt es inzwischen 50 verschiedene Kaby-Lake-Modelle. Acht hat sich ComputerBase bereits in separaten Tests gewidmet:

Sechs weitere Core i7, i5, i3 und Celeron im Test

Aber Kaby Lake-S (Codename für die Desktop-PC-CPUs) umfasst noch weitaus mehr Modelle. Dieser Test betrachtet sechs weitere Prozessoren, die da sind:

  • Intel Core i7-7700
  • Intel Core i5-7600
  • Intel Core i5-7500
  • Intel Core i5-7400
  • Intel Core i3-7100
  • Intel Celeron G3930

Core i3 und Celeron wurden auf Basis anderer Prozessoren simuliert, alle anderen lagen als Testmuster aus dem Handel vor. Das gesamte Testfeld umfasst damit elf Prozessoren, in vielen Fällen ist auch der direkte Vorgänger auf Basis von Skylake im Vergleich vertreten. Der Test stellt damit den vorläufigen Abschluss der Artikelserie zu Kaby Lake dar, bis im Sommer die Abwandlung Kaby Lake-X für den Sockel LGA 2066 erscheint.

Intel Kaby Lake im Test: Core i7, i5, i3, Pentium und Celeron im Vergleich
Intel Kaby Lake im Test: Core i7, i5, i3, Pentium und Celeron im Vergleich

Für die leihweise Bereitstellung der in diesem Test erstmals getesteten CPUs geht der Dank der Redaktion an den Systemintegrator MIFCOM.

Core i7, i5, i3, Pentium und Celeron: Unterschiede

42 bis 339 US-Dollar – so breit ist die Preisspanne in Intels Kaby-Lake-Portfolio für den Desktop-PC. Mit der parallelen Markteinführung der CPUs für alle Leistungssegmente, was in den vergangenen Jahren eher unüblich war, hat Intel das neue Mainstream- und Einsteiger-Portfolio für das gesamte Jahr bereits im Januar enthüllt. Im Sommer wird nur noch eine Klasse oben aufgesetzt: (Skylake-E und Kaby Lake-X) bringen mehr Kerne respektive etwas mehr Takt auf dem neuen Sockel LGA 2066. Die ersten 10-nm-Prozessoren mit dem Codenamen Cannon Lake werden hingegen im zweiten Halbjahr 2017 erst einmal nur für Notebooks vorgestellt.

Celeron vs. Pentium vs. Core im Desktop-PC

Die Unterschiede zwischen den Prozessoren der Serien Celeron, Pentium sowie Core i3, i5 und i7 für den Desktop-PC sind nahezu die gleichen wie in den letzten Jahren. Mit einer Ausnahme, die bereits im Test des Pentium G4560 erörtert wurde: Statt wie der Celeron weiterhin nur zwei Kerne und zwei Threads zu besitzen, gibt es neben mehr L3-Cache für den Pentium mit Kaby Lake erstmals vier Threads mittels Hyper-Threading. Damit wird er nicht nur zur Bedrohung für die Serie Core i3, auch macht er den Einstiegsmodellen der Serie Celeron das Leben richtig schwer: Für 22 US-Dollar Aufpreis gibt es zwei zusätzliche Threads sowie 600 MHz und 50 Prozent L3-Cache mehr. Das Einzige, was der Pentium nicht kann, ist die Befehlserweiterung AVX (2.0) – im privaten Desktop-PC ist die jedoch nahezu irrelevant. Wird AVX benötigt, bleibt der Core i3 der Einstieg.

Das unterscheidet Celeron, Pentium, Core i3, i5 und i7 bei Kaby Lake im Desktop
Ausstattungsmerkmal 2C/2T 2C/4T 4C/4T 4C/8T AVX 2.0 L3-Cache Grafik
Celeron x x x x 2 MB HD 610
Pentium x x x 3 MB HD 610/630
Core i3 x x 3/4 MB HD 630
Core i5 x 6 MB HD 630
Core i7 8 MB HD 630

Die Unterschiede zwischen Core i3, i5 und i7 sind im Desktop seit Sandy Bridge unverändert: Core i3 bietet zwei Kerne mit Hyper-Threading, Core i5 bedeutet vier Kerne, Core i7 vier Kerne mit Hyper-Threading. Einher geht eine Anpassung beim L3-Cache.

Die Unterschiede gelten nur für Kaby Lake und nur für Desktop-PCs

Wie immer sind diese Ausführungen aber nur für den Desktop gültig, im mobilen Bereich sieht die Produktdifferenzierung völlig anders aus. Dort kann ein Core i7 auch ein ehemaliger Core M sein und liefert dementsprechend nur einen Bruchteil der Leistung eines Core i7 aus dem Desktop. Mehr noch: Das ist wiederum erst ab Kaby Lake (Mitte 2016/Anfang 2017) gültig, bei den vorherigen Serien und auch auf Basis von anderen Architekturen, die unter gleichem Namen laufen, war es anders. Für Laien bleibt das nur schwer durchschaubar.

Intel Kaby Lake im Test: Core i7, i5, i3, Pentium und Celeron im Vergleich
Intel Kaby Lake im Test: Core i7, i5, i3, Pentium und Celeron im Vergleich

Eine Eselsbrücke, die nicht immer gilt

Unterm Strich gilt allerdings: Jeder größere Prozessor schließt immer die Funktionen des vorangegangenen, günstigeren Modells ein und erweitert diese Funktionen in der Regel. Beispiel: Ein Core i3 hat alles, was ein Celeron und ein Pentium bieten, setzt aber noch AVX 2.0 sowie gegebenenfalls etwas mehr L3-Cache und eine stärkere Grafikeinheit drauf. Jedes größere Modell kann dabei auch wie eine kleine Variante betrieben werden, im BIOS können heutzutage sowohl Hyper-Threading als auch Kerne deaktiviert werden – wenn dies denn nötig sein sollte.

Wie die oben aufgeführte Tabelle zeigt, gibt es beim Pentium und Core i3 aber spezielle Sonderfälle. Die schnellsten und teuersten Pentium besitzen bereits die Grafikeinheit des Core i3, die HD 630. Deren kleinste Modelle alias Core i3-71xx bieten wiederum aber nur 3 MByte, statt 4 MByte L3-Cache – also wie der Pentium. An dieser Grenze trennt die Modelle nur noch AVX 2.0, während es in der jeweiligen anderen Richtung der beiden Portfolios an Pentium und Core i3 größere Unterschiede gibt: 3 vs. 4 MByte L3-Cache und HD 630 vs. HD 610 zuzüglich Taktunterschiede.

Tabellarische Übersicht der Testkandidaten

Auf die Theorie folgt die Praxis. Im Test sind elf Prozessoren aus der Desktop-Serie von Kaby Lake im Einsatz, mit Celeron, Pentium, Core i3, Core i5 und Core i7 sind zudem alle Klassen vertreten. Am Ende fehlt lediglich eines der angesprochenen Spezialmodelle: ein Pentium mit stärkerer Grafikeinheit.

Elf Kaby Lake-S im Test
Modell Kerne /
Threads
Takt /
max. Turbo
L3-Cache Grafik GPU-Takt max. Speicher TDP Preis
Core i7-7700K** 4 / 8 4,2 / 4,5 GHz 8 MB HD 630 350 / 1.150 MHz DDR4-2400 91 W $ 339
Core i7-7700T* 4 / 8 2,9 / 3,8 GHz 8 MB HD 630 350 / 1.150 MHz DDR4-2400 35 W $ 303
Core i7-7700* 4 / 8 3,6 / 4,2 GHz 8 MB HD 630 350 / 1.150 MHz DDR4-2400 65 W $ 303
Core i5-7600K** 4 / 4 3,8 / 4,2 GHz 6 MB HD 630 350 / 1.150 MHz DDR4-2400 91 W $ 242
Core i5-7600* 4 / 4 3,5 / 4,1 GHz 6 MB HD 630 350 / 1.150 MHz DDR4-2400 65 W $ 213
Core i5-7500* 4 / 4 3,4 / 3,8 GHz 6 MB HD 630 350 / 1.100 MHz DDR4-2400 65 W $ 192
Core i5-7400* 4 / 4 3,0 / 3,5 GHz 6 MB HD 630 350 / 1.000 MHz DDR4-2400 65 W $ 182
Core i3-7350K** 2 / 4 4,2 / – GHz 4 MB HD 630 350 / 1.150 MHz DDR4-2400 60 W $ 168
Core i3-7100 2 / 4 3,9 / – GHz 3 MB HD 630 350 / 1.100 MHz DDR4-2400 51 W $ 117
Pentium G4560 2 / 4 3,5 / – GHz 3 MB HD 610 350 / 1.050 MHz DDR4-2400 54 W $ 64
Celeron G3930 2 / 2 2,9 / – GHz 2 MB HD 610 350 / 1.050 MHz DDR4-2400 51 W $ 42
*vPro-Unterstützung, **freier Multiplikator (kein vPro)

Basistakt und Turboboost sind zwei Welten

Eine Geschichte für sich bleibt auch im heutigen Test der Turbomodus, denn der Basistakt liegt bei Desktop-PC-CPUs bekanntlich seit Jahren in der Realität nie an. Der Test von Core i7-7700K und Core i5-7600K sowie der Test des Core i7-7700T hatten bereits dargelegt, dass beim Turbo die größeren Änderungen im Vergleich zum Vorgänger bestehen. Und dies setzt sich auch bei den heute getesteten 65-Watt-Standardmodellen in den beiden Familien fort.

Ein echtes Muster gibt es dabei aber nicht. Die Unterschiede zwischen dem Vorgänger Skylake und dem Nachfolger Kaby Lake liegen je nach Last auf einer bestimmten Anzahl an Kernen mal bei 400 MHz, manchmal aber auch nur bei 100 MHz. Die Regel sind 200 MHz, häufig sind es 300 MHz. Dadurch wird es insbesondere beim kleinsten Core i5 interessant, der in der Skylake-Generation zum Teil etwas zu langsam war. Der Turbo des neuen Core i5-7400 liegt in zwei von vier Lastszenarien jetzt allerdings auf dem Niveau des Core i5-6500. Im Test des Core i5-6500 machte dieser letztes Jahres bereits eine deutlich rundere Figur. Dasselbe gilt auch eine Klasse darüber: Der Core i5-7500 entspricht fast dem Core i5-6600 – so gibt es auch mit ihm nahezu die gleiche Leistung jetzt für 192, statt 213 US-Dollar.

Basistakt Turbo 1 Kern Turbo 2 Kerne Turbo 3 Kerne Turbo 4 Kerne
Core i7-7700K 4,2 GHz 4,5 GHz 4,4 GHz 4,4 GHz 4,4 GHz
Core i7-6700K 4,0 GHz 4,2 GHz 4,0 GHz 4,0 GHz 4,0 GHz
Core i7-7700 3,6 GHz 4,2 GHz 4,1 GHz 4,1 GHz 4,0 GHz
Core i7-6700 3,4 GHz 4,0 GHz 3,9 GHz 3,8 GHz 3,7 GHz
Core i7-7700T 2,9 GHz 3,8 GHz 3,7 GHz 3,7 GHz 3,6 GHz
Core i7-6700T 2,8 GHz 3,6 GHz 3,5 GHz 3,4 GHz 3,4 GHz
Core i5-7600K 3,8 GHz 4,2 GHz 4,1 GHz 4,1 GHz 4,0 GHz
Core i5-6600K 3,5 GHz 3,9 GHz 3,8 GHz 3,7 GHz 3,6 GHz
Core i5-7600 3,5 GHz 4,1 GHz 4,0 GHz 4,0 GHz 3,9 GHz
Core i5-6600 3,3 GHz 3,9 GHz 3,8 GHz 3,7 GHz 3,6 GHz
Core i5-7500 3,4 GHz 3,8 GHz 3,7 GHz 3,7 GHz 3,6 GHz
Core i5-6500 3,2 GHz 3,6 GHz 3,5 GHz 3,4 GHz 3,3 GHz
Core i5-7400 3,0 GHz 3,5 GHz 3,4 GHz 3,4 GHz 3,3 GHz
Core i5-6400 2,7 GHz 3,3 GHz 3,3 GHz 3,2 GHz 3,1 GHz

Nur Celeron und Pentium mit ECC-Unterstützung

Intels Verschwiegenheit und fehlerhafte Dokumentationen, die offiziell als einzige verfügbar waren, hatten den Einsteigerprozessoren der Familie Kaby Lake zum Start den ECC-Support entzogen. Mittlerweile hat der Hersteller die Dokumente still und leise korrigiert. Sie zeigen jetzt das, was schon für Skylake galt: Acht Celeron und Pentium können laut der nun aktualisierten Datenbank von Intel auch bei Kaby Lake mit ECC-Unterstützung aufwarten. Voraussetzung dafür ist jedoch immer noch ein passendes Mainboard – doch das ist eine andere Baustelle.

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