Im Test vor 15 Jahren: DDR500 für RAM OC auf Sockel 754, 939, 940 und 478

Robert McHardy 60 Kommentare
Im Test vor 15 Jahren: DDR500 für RAM OC auf Sockel 754, 939, 940 und 478

tl;dr: Obwohl mit DDR2 im Juni 2004 bereits ein schnellerer Speicherstandard eingeführt war, konnte lediglich Intels LGA-775-Plattform damit umgehen. Aufgrund der weiterhin hohen Verbreitung von Systemen mit DDR1-Speicher, wagte ComputerBase einen DDR500-Vergleichstest (Test).

DDR1 mit hohem Takt auf DDR2-Niveau

Für AMDs Sockel 754, 939 und 940 sowie Intels Sockel 478 musste im Juni 2004 weiterhin auf den alten DDR1-Standard gesetzt werden. Zu den Vorteilen des älteren Standards gehörten unter anderem die niedrigeren Latenzen des Speichers im Vergleich zu DDR2, die bei hohem Speichertakt für eine vergleichbare Leistung bei niedrigerem Preis sorgen konnten. Im Test befanden sich vier DDR500-Speicherkits, die zu diesem Zeitpunkt bereits zu den günstigeren Modellen gehörten.

Mit dem Vitesta DDR500 schickte Adata einen preisgünstigen DDR500-Speicher ins Rennen. Der Hersteller selbst verkaufte die Module nicht als Speicherkit, sondern lediglich als einzelne 512-MByte-Riegel, die damals von den Onlineshops selbst als Kits zusammengefasst wurden. Die Standardtimings lagen bei CL3-3-4-8 bei DDR500, im Test konnten zwei der Riegel mit CL2-3-3-5 bei DDR400, CL2,5-4-4-5 bei DDR500 und DDR550 bei CL3-4-4-8 betrieben werden.

Goldener Speicher in der Buch-Schachtel

Optisch deutlich interessanter war das Golden-Dragon-DDR500-Speicherkit von GeIL. Dieses kam in einer laut Hersteller „klassisch, asiatisch, antiken“ Verpackung, die einem Buch mit Samtüberzug ähnelte, daher. Der goldene Heatspreader konnte auf Wunsch mit den namensgebenden beigelegten Drachenstickern geschmückt werden. Die Timings bei DDR500 lagen bei CL2,5-4-4-7 und damit minimal schneller als bei der Konkurrenz von Adata, allerdings konnten die Timings mit CL2,5-4-4-7 nicht so weit abgesenkt werden. Bei DDR400 erreichten die Module ebenfalls CL-2-3-3-5, DDR550 ermöglichte der Speicher im Test allerdings nicht.

Als drittes Speicherkit im Test trat das Kingston HyperX DDR500 an, das im Test mit 2,5-4-4-5 bei DDR500 betrieben werden konnte. Wie das GeIL-Speicherkit konnte auch der Kingston-RAM nicht DDR550 erreichen. Als letztes Speicherkit kam das TwinMOS TwiSTER DDR500 zum Einsatz. Dieses erreichte neben dem Vitesta-DDR500-Speicher als einziges Speicherkit im Test DDR550, die Timings lagen dabei mit CL-3-4-4-8 gleichauf.

40 Prozent mehr FPS durch RAM-OC

In den Benchmarks konnten dementsprechend vor allem das Adata Vitesta DDR500 sowie das TwinMOS TwiSTER DDR500 überzeugen, da sie am Ende aufgrund der Übertaktbarkeit die besten Transferraten boten. Selbst abseits der theoretischen Benchmarks zeigte sich in Spielen wie Quake 3 Arena und Unreal Tournament 2004 eine deutlich höhere Leistung. So erreichte das Testsystem mit Pentium 4 mit 2,4 GHz und einer GeForce FX 5900 (SE) in Unreal Tournament 2004 mit DDR400 rund 26 FPS, während dieselbe Hardware mit DDR550 satte 10 FPS, also nahezu 40 Prozent mehr, erreichen konnte.

Ein weiterer großer Vorteil des Adata-Speichers war der Preis. Mit etwa 240 Euro für zwei Module zu je 512 MByte war der Speicher deutlich günstiger als die Kits der Konkurrenz. Für den Speicher von Kingston und GeIL mussten 110 respektive 90 Euro mehr ausgegeben worden, der gleich schnelle TwinMOS-RAM war immerhin noch 20 Euro teurer. Das Fazit des Tests fiel damit klar aus: Wer schnellen DDR1-Speicher im Juni 2004 haben wollte, der sollte zu Adata greifen. Einziges Manko des Speichers war, dass aufgrund der Unbekanntheit des Herstellers nur wenige Onlineshops den Arbeitsspeicher führten.

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