Im Test vor 15 Jahren: Mit dem Celeron M ging Centrino früher der Saft aus

Robert McHardy 42 Kommentare
Im Test vor 15 Jahren: Mit dem Celeron M ging Centrino früher der Saft aus
Bild: Intel/TSMC (Wafer)

tl;dr: Mit dem Celeron M (Test) bot Intel im Juni 2004 eine günstigere Version des Pentium M an, der quasi die gleiche Leistung bot. Trotz des in der Theorie geringeren Strombedarfs mussten Notebooks mit einem Celeron M aufgrund fehlender Stromsparmechanismen jedoch öfter an die Steckdose.

Centrino 1.0 mit Banias-Kern

Der Celeron M basierte wie der Pentium M auf dem Banias-Kern, der von Intels Ingenieuren in Israel entwickelt worden war. Banias ist eine Stadt in den Golanhöhen. Beide CPUs begründeten zusammen mit WLAN-Modul und Chipsatz die Intel-Centrino-Plattform, die Anfang der 2000er-Jahre erstmals relativ kompakte Notebooks mit hoher Leistung und Akkulaufzeit möglich machte.

Im Gegensatz zum Banias im Pentium M musste der Die im Celeron M mit einem 512 kByte statt 1 MByte großen L2-Cache auskommen. Weitere Unterschiede fanden sich bei den unterstützten Stromsparmodi.

Obwohl der Celeron M aufgrund des kleineren Caches eigentlich einen geringeren Stromverbrauch als der Pentium M hätte haben können, war dieser in der Praxis aufgrund des Fehlens von „Enhanced Speedstep“ und „Deeper Sleep“ höher. Der Pentium M konnte durch Absenken des Kerntakts und der -Spannung die Leistungsaufnahme auf bis zu 7 Watt senken, während der Celeron M mindestens 25 Watt verbrauchte. Im Notebook bedeutete das einen gravierenden Unterschied.

Modell Intel Pentium M
(Banias)
Intel Celeron M
(Banias)
Intel Pentium M
(Dothan)
Sockel 479
Taktfrequenz 1,30–1,7 GHz 1,20–1,50 GHz 1,7–2,0 GHz
Frontside-Bus 400 MHz
Fertigungsprozess 130 nm 90 nm
Transistoren 77 Millionen 140 Millionen
CPU-Kern Banias Dothan
Die-Größe 82,8 mm² 83,6 mm²
L1-Cache 2 × 32 KByte
L2-Cache 1 MByte 512 kByte 2 MByte
VCore 1,388–1,484 Volt 1,356 Volt 1,276–1,340 Volt

Pentium M und Celeron M im Vergleich

In den Benchmarks stand ein Dell Latitude D505 exemplarisch für Notebooks mit Celeron M und ein Samsung P30 für Modelle mit Pentium M. Vor 15 Jahren wurde auch die 3D-Leistung verglichen, die beim Latitude D505 von der IGP in Form der Intel Extreme Graphics 2 und im Samsung P30 von einer Mobility Radeon 9200 (M9) bestimmt wurde. Der Rückblick beschränkt sich hingegen auf die CPUs.

In SiSoft Sandra, das alleine den Prozessor belastete, ließ sich der Leistungsvorteil vollständig durch den höheren Takt des Pentium M begründen, der bei 1,5 statt 1,3 GHz lag. Im PCMark04 waren die Differenzen mit bis zu 20 Prozent etwas größer. Das fiel am Ende aber nicht ins Gewicht.

Denn viel gravierender war, dass das Notebook mit Celeron M aufgrund der fehlenden Stromsparmechanismen bei der Akkulaufzeit in der Tat rund 30 Prozent hinter der des Notebooks mit Pentium M zurücklag. Für die revolutionäre Centrino-Plattform, deren Erfolg Intel mit Projekt Athena derzeit zu wiederholen versucht, bedeutete das einen herben Einschnitt. Und Intel konnte teildefekte Banias-Kerne mit annähernd Pentium-M-Leistung verkaufen, die trotzdem einen deutlichen Nachteil aufwiesen und den teureren Modellen damit nicht zu nahe kamen.

Ziff Davis BatteryMark
Einheit: Stunden, Minuten
  • Life Test:
    • Dell Latitude D505 - 1 Akku
      2:37
    • Samsung P30
      3:45
    • Dell Latitude D505 - 2 Akkus
      5:03

Fazit: Centrino brauchte Pentium M

Wer sich im Juni 2004 für einen Laptop entschied, konnte mit dem Celeron M also einiges an Geld gegenüber einem Pentium M sparen, und die durch die fehlenden Stromsparmechanismen bedingte schlechtere Akkulaufzeit konnte je nach Modell durch Zusatzakkus aufgewogen werden. Diese kosteten allerdings das Doppelte der Preisdifferenz zwischen Pentium M und Celeron M.

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