Im Test vor 15 Jahren: Die GeForce 6800 bot DirectX 9.0c für 300 Euro

Robert McHardy 157 Kommentare
Im Test vor 15 Jahren: Die GeForce 6800 bot DirectX 9.0c für 300 Euro

tl;dr: Die GeForce 6800 wurde zwar zusammen mit ihren größeren GT- und Ultra-Geschwistern im April 2004 vorgestellt, im Test bei ComputerBase befand sie sich aber erst im August desselben Jahres. Das Modell von Inno3D (Test) konnte mit hoher Leistung zu einem bezahlbaren Preis aufwarten.

Weniger Pipelines, Takt und Speicherbandbreite

Bei den technischen Spezifikationen lag die GeForce 6800 etwas hinter den größeren Geschwistern: Nur 12 statt 16 Render-Pipelines, ein geringerer GPU- und Speichertakt sowie ein mit 128 Bit angebundener DDR-Speicher im Vergleich zum schnelleren GDDR3 ergaben einen deutlichen Unterschied. Verglichen mit der Nvidia GeForce 6800 Ultra wurden zudem keine zwei DVI-Ausgänge, sondern je ein DVI- und VGA-Anschluss verbaut. Dafür erhielten Kunden weiterhin eine Grafikkarte, die auf Nvidias NV40 basierte und daher DirectX 9.0c respektive Vertex-Shader 3.0 beherrschte.

Mit rund 300 Euro war die kleinste 6800er-GeForce dafür auch ein bedeutend günstigerer Einstieg in die Welt der High-End-Grafikkarten als ihre Geschwister. Für diese mussten etwa 420 Euro (GT) respektive 540 Euro (Ultra) einberechnet werden. GT und Ultra unterschieden sich im Wesentlichen nur bei GPU- und Speichertakt.

Der Kühler fiel mit einem Slot gegenüber zwei Slots Breite auch kompakter als bei der Ultra aus. Durch den kleineren 45-mm-Lüfter wurde die GeForce 6800 im Betrieb etwas lauter als beispielsweise eine Radeon X800 Pro, die auf einen 65-mm-Lüfter setzte.

Radeon
X800 Pro
Radeon
X800 XT „PE“
GeForce
6800LE
GeForce
6800
GeForce
6800 GT
GeForce
6800 Ultra
Chip R420 NV40
Transistoren 160 Mio. ca. 222 Mio.
Fertigung 0,13 µm
Taktung (MHz) 475 520 300 325 350 400
Renderpipes 12 16 8 12 16
Pixelfüllrate 5.700 MPix/s 8.320 MPix/s 2.400 MPix/s 3.900 MPix/s 5.600 MPix/s 6.400 MPix/s
TMUs je Pipe 1
Texelfüllrate 5.700 MTex/s 8.320 MTex/s 2.400 MTex/s 3.900 MTex/s 5.600 MTex/s 6.400 MTex/s
Vertexeinheit DX9, VS 2.0 DX9 VS3.0
Vertexpipes 6 5 6
Dreiecksdurchsatz ca. 712 MV/s ca. 780 MV/s ca. 450 MV/s ca. 487 MV/s ca. 525 MV/s ca. 600 MV/s
Texturen pro Pass 8 (16)
Pixel-Shader PS 2.0+ PS 3.0
FP-Einheiten 3+1 ALU
3+1 Mini-ALU
1 TexOp
2 Shader-Units
Speicher 256 MByte, GDDR3 128 MByte, DDR 256 MByte, GDDR3 256 (+) MByte, GDDR3
Anbindung 256 Bit
Speichertakt (MHz) 450 560 350 500 550
Bandbreite (MByte/s) 28.800 35.840 22.400 32.000 35.200
SinglePass-Texturop. 16 (D3D)/8 (oGL) 16 (D3D)/4 (oGL)
RAMDAC 2 × 400 MHz
TV-Encoder integriert
Sonstiges DVD MC/iDCT,
MPEG2-En-/Decoder,
MPEG4-En-/Decoder
Präz. pro Kanal 24 Bit 32 Bit

Klar weniger Leistung als GT und Ultra

Die GeForce 6800 Ultra nahm unter den Nvidia-Karten ungeschlagen die Spitzenposition ein – wenngleich sie gegenüber der Radeon X800 XT PE um einige Prozent zurückstecken musste. Während die nur niedriger taktende GT lediglich 5 bis 7 Prozent hinter der Ultra lag, platzierte sich die normale GeForce 6800 weitere 16 bis 24 Prozent hinter dem GT-Modell. Die Radeon X800 Pro war je nach Auflösung marginal bis deutlich schneller als die GeForce 6800, kostete im August 2004 aber dafür 100 Euro mehr.

Der günstige Einstieg in DirectX 9.0c

Am Ende des Tests konnte ComputerBase die GeForce 6800 dennoch allen empfehlen, die einen relativ günstigen Einstieg in den High-End-Bereich suchten und zugleich Wert auf DirectX 9.0c legten. Mit 300 Euro konnte die Grafikkarte auch mit der ATi Radeon X800 Pro konkurrieren. Die im Vergleich geringere Leistung war aufgrund einer Ersparnis von gut 25 Prozent zu verkraften.

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