Im Test vor 15 Jahren: Mainboards mit Sockel 775 von Abit hatten das Nachsehen

Robert McHardy 68 Kommentare
Im Test vor 15 Jahren: Mainboards mit Sockel 775 von Abit hatten das Nachsehen

tl;dr: Nachdem ComputerBase bereits einige Asus-Mainboards mit Sockel 775 getestet hatte, folgten im Oktober 2004 mit dem Abit AA8 DuraMax und AG8 zwei farbenfrohe Konkurrenten (Test). Im direkten Vergleich befanden sich diese jedoch sowohl bei der Ausstattung als auch bei der Leistung im Hintertreffen.

Zwei farbenfrohe Platinen

Während das Abit AA8 DuraMax auf den High-End-Chipsatz Intel i925X setzte, basierte das AG8 auf dem günstigeren Intel i915P. Beide Mainboards boten eine Ausstattung, die quasi der des Chipsatzes entsprach, während die Sockel-775-Mainboards von Asus mit zahlreichen Zusatzchips bestückt waren. So bot das AA8 DuraMax nur vier SATA- und einen IDE-Anschluss, während das Asus P5GD2 auf satte acht SATA- und drei IDE-Anschlüsse kam.

Ein weiterer Unterschied zwischen den farbenfrohen Abit-Platinen, die in Orange, Giftgrün und Hellblau gehalten waren, war der verbaute 40-mm-Lüfter zur Kühlung der Northbridge. Asus setzte damals hingegen auf eine komplett passive Kühlung der eigenen Mainboards. Eine Besonderheit des Abit AG8 war, dass lediglich DDR-Speicher statt des schnelleren, aber auch teureren, DDR2-RAMs verbaut werden konnte. Die Steckplätze waren auf dem Mainboard entsprechend in anderen Farben gehalten als auf dem Abit AA8 DuraMax.

Vergleich der Alderwood- und Grantsdale-Mainboards
Features ASUS P5AD2 ASUS P5GD2 Abit AA8 DuraMax Abit AG8
Chipsatz 925X
Alderwood
915P
Grantsdale-P
925X
Alderwood
915P
Grantsdale-P
Ausbaufähigkeit
für Prozessoren
Northwood,
Prescott
über 3,60 GHz
Frontside-Bus
400 MHz Ja
533 MHz Ja
800 MHz Ja
Speichertakt/typ
400 MHz/PC2 3200 Ja Nein*
533 MHz/PC2 4300 Ja Nein*
667 MHz/PC2 5300 Ja Nein*
* Das Abit AG8 basiert zwar auf Intels Grantsdale-Chipsatz, nutzt jedoch
DDR1-Speicher und erlaubt daher ausschließlich den Einsatz von DDR400-RAM.
Alle höheren Frequenzen gelten als Übertaktung
Dual-Channel-Modus verfügbar
Maximaler RAM-Ausbau 4 GByte (4 Slots)
Onboardgrafik Nicht vorhanden
Onboardsound CMI 9880,
HD Audio,
8 Kanäle
Realtek ALC880,
HD Audio,
8 Kanäle
Realtek ALC658,
AC97 Audio,
6 Kanäle
Steckplätze 1 × PCIe x16
2 × PCIe x1
3 × PCI
1 × PCIe x16
3 × PCIe x1
2 × PCI
1 × PCIe x16
3 × PCIe x1
2 × PCI
WLAN-Fähigkeit Ja, in der Premium-Version (W-LAN 802.11b/g) Nein
HDD-Controller
ATA 133/100/66 Intel ICH6/R
2 Geräte

ITE 8212F IDE RAID
4 Geräte
(RAID 0, 1, 0+1, JBOD)
Intel ICH6/R
2 Geräte
Serial ATA 150 Intel ICH6/R
4 Geräte
(RAID 0,1)

Silicon Image 3114R
4 Geräte
(RAID 0, 1, 0+1, 10,
5, JBOD)
Intel ICH6/R
4 Geräte
(RAID 0,1)
RAID-Array RAID 0, 128KB
Clustergröße
Verfügbare Anschlüsse
USB 2.0 4 × über Rear-Panel
4 × über Mainboard-Header
IEEE 1394 Ports 1 × über Rear-Panel
2 × über Mainboard-Header
LAN 2 × Marvell 88E8053, Dual-Gigabit-Ethernet Marvell 88E8052 + Marvell 88E8001, Dual-Gigabit-Ethernet Realtek RTL8110S-32, Gigabit-Ethernet
Weitere Anschlüsse 1 × Parallel
2 × PS/2
8 × Audio
1 × Parallel
2 × PS/2
8 × Audio
1 × Seriell
1 × Parallel
2 × PS/2
6 × Audio
1 × Seriell

In den Benchmarks mittelmäßig

In den Benchmarks zeigten beide Mainboards eine ungleichmäßige und insgesamt nicht überragende Leistung. Je nach Benchmark lagen das AA8 DuraMax manchmal an der Spitze, gelegentlich in der Mitte und teilweise am Ende des Testfeldes. Das Abit AG8 reihte sich aufgrund des generell etwas langsameren i915P-Chipsatzes sowie der Besonderheit des Mainboards selbst, das lediglich DDR-Speicher statt des schnelleren DDR2 aufnahm, dahinter ein.

Im Vergleich mit den zuvor getesteten Asus-Mainboards konnten die Platinen von Abit nicht überzeugen. Die geringere Ausstattung, niedrigere Leistung sowie Details wie der verbaute Lüfter hielten ComputerBase von einer Empfehlung ab. Wen diese Mängel nicht störten, der konnte das Abit AA8 DuraMax für relativ günstige 160 Euro und das AG8 für rund 120 Euro erwerben. Beide Mainboards boten für diesen Preis – wie auch alle zuvor getesteten Konkurrenz-Platinen – ausgezeichnete Stabilität.

In der Kategorie „Im Test vor 15 Jahren“ wirft die Redaktion seit Juli 2017 jeden Samstag einen Blick in das Test-Archiv. Die letzten 20 Artikel, die in dieser Reihe erschienen sind, führen wir nachfolgend auf:

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