Im Test vor 15 Jahren: Intels Pentium 4 Extreme Edition mit schnellerem FSB

Robert McHardy 63 Kommentare
Im Test vor 15 Jahren: Intels Pentium 4 Extreme Edition mit schnellerem FSB

tl;dr: Um AMDs neue Topmodelle Athlon 64 4000+ und FX-55 zu kontern, stellte Intel am 1. November 2004 den Pentium 4 Extreme Edition mit 3,46 GHz (Test) und 266 MHz „Front Side Bus“ (FSB) vor. Passend dazu kam auch der neue High-End-Chipsatz i925XE.

Ein neuer alter Chipsatz

Der von 200 auf 266 MHz erhöhte FSB bedingte einen neuen Mainboard-Chipsatz, um von diesem Gebrauch zu machen. Der Intel i925XE basierte auf dem älteren i925X und bot abgesehen von dem um 66 MHz beschleunigten FSB keine neuen Features. Der höhere Takt der Verbindung zwischen Northbridge und Prozessor erlaubte jedoch die Nutzung von DDR2-533 – der damals noch an die Northbridge statt an die CPU angebunden war – im Dual-Channel-Modus, ohne diesen unnötig auszubremsen. Die ursprünglich bereits für den i925X angekündigte ECC-Unterstützung war auch beim i925XE nicht vorhanden.

Northwood ohne SSE3 statt Prescott

Der neue Pentium 4 Extreme Edition zeichnete sich nur durch den erhöhten FSB aus. Weder unterstützte er den SSE3-Befehlssatz des in 90 nm gefertigten Pentium 4 (Prescott), noch wurde der Cache im Vergleich zur älteren Extreme Edition vergrößert. Dieser Vorteil konnte dementsprechend nur ausgespielt werden, wenn entsprechend schneller (DDR2-)Arbeitsspeicher eingesetzt wurde.

Die Prozessoren im Überblick
Merkmale Pentium 4 Pentium 4
Extreme
Edition
Athlon XP Athlon 64 (FX)
Kern Prescott Northwood Northwood 2M
(Gallatin)
Thoroughbred
Barton
Clawhammer
Clawhammer-512
Newcastle
Frontside-Bus 533 MHz QDR
800 MHz QDR
400 MHz QDR
533 MHz QDR
800 MHz QDR
800 MHz QDR 266 MHz DDR
333 MHz DDR
400 MHz DDR
entfällt (externe
Anbindung über
HyperTransport)
Fertigung 90 nm 130 nm
Sockel Sockel 478
Sockel 775
Sockel 478 Sockel 478
Sockel 775
Sockel A Sockel 754
Sockel 940 (FX)
Sockel 939
Taktrate oder
Modellnummer
533 MHz (S478)
2400 MHz A
2800 MHz A

800 MHz (S478)
2800 MHz E HT+
3000 MHz E HT+
3200 MHz E HT+
3400 MHz E HT+

800 MHz (S775)
520 HT+
530 HT+
540 HT+
550 HT+
560 HT+

HT+: Verbessertes
Hyper-Threading
400 MHz QDR
1600 MHz A
1800 MHz A
2000 MHz A
2200 MHz
2400 MHz
2500 MHz
2600 MHz

533 MHz QDR
2266 MHz
2400 MHz B
2533 MHz
2666 MHz
2800 MHz
3066 MHz HT

800 MHz QDR
2400 MHz C HT
2600 MHz C HT
2800 MHz C HT
3000 MHz HT
3200 MHz HT
3400 MHz HT

HT: Hyper-
Threading
800 MHz (S478)
3200 MHz HT
3400 MHz HT

800 MHz (S775)
3400 MHz HT

1066 MHz (S775)
3466 MHz HT

HT: Hyper-
Threading
266 MHz DDR
1800+
1900+
2000+
2100+
2200+
2400+
2600+

333 MHz DDR
2600+
2700+
2800+

333 MHz DDR
2500+
2600+
2800+
3000+

400 MHz DDR
3000+
3200+
Athlon 64 (S754):
2800+
3000+
3200+
3400+
3700+

Athlon 64 (S940):
FX-51
FX-53

Athlon 64 (S939)
3500+
3800+
4000+
FX-53
FX-55

512 kByte
L2-Cache

512 kByte
L2-Cache und
ausschl.
Newcastle
Transistoren 125 Mio. 55 Mio. 169 Mio. 37,5 Mio. (Tho.)
54,3 Mio. (Bar.)
68.5 Mio. (NewC.)
105.9 Mio.
DIE-Size 112 mm² 146 mm² (nB0)
131 mm² (nC1)
131 mm² (nD1)
240 mm² (nM0) 80 mm² („Tho A“)
84 mm² („Tho B“)
101 mm² (Bar.)
144 mm² (NewC.)
193 mm²
L1-Execution-Cache 12.000 µ-Ops 64 kByte
L1-Daten-Cache 16 kByte 8 kByte 64 kByte
L1-Takt CPU-Takt
L2-Cache 1024 kByte 512 kByte 256 kByte (Tho.)
512 kByte (Bar.)
512 kByte
1024 kByte
L2-Anbindung 256 Bit 64 Bit 128 Bit
L2-Cache-Takt CPU-Takt
L2-Modus L1 inclusive L1 exclusive
L3-Cache 2048 kByte
L3-Cache-Takt CPU-Takt
L3-Modus L2 inclusive
HW Data Prefetching Ja
VCore 1,250 V
1,275 V
1,300 V
1,325 V
1,350 V
1,375 V
1,400 V
1,475 V
1,500 V
1,525 V
1,550 V
1,475 V
1,500 V
1,525 V
1,550 V
1,575 V
1,600 V
1,50 V
1,60 V
1,65 V
1,50 V
Befehlssätze MMX
SSE
SSE2
SSE3
MMX
SSE
SSE2
MMX
3DNow!
3DNow!+
SSE
MMX
3DNow!
3DNow!+
SSE
SSE2
AMD64
Temperatur Diode Ja
Energiesparfunktion Cool'n'Quiet
NX-Bit (Win XP SP2) Ja
Multiprozessor-fähig Nein
CPU-Architektur 31-stufige
Pipeline
20-stufige
Pipeline
15-stufige (FPU)
10-stufige (ALU)
Pipeline
17-stufige (FPU)
12-stufige (ALU)
Pipeline

Um die Leistungsfähigkeit des hochgetakteten FSBs zu testen, wurde die CPU mit DDR2-533 und CL4- sowie CL3-Timings getestet. Der mit 66 MHz minimal höhere Prozessortakt sowie der schnellere FSB resultierten in einer zwischen 2 und 4 Prozent höheren Leistung gegenüber der älteren Extreme Edition. Im Durchschnitt lag Intel damit aber weiterhin 3 respektive 4 Prozent hinter dem AMD Athlon FX-55 und konnte gerade so den Athlon 64 4000+ überholen.

Extreme Edition setzte Preisrekord im Desktop

Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 999 US-Dollar hielt Intels neue Extreme Edition den Preisrekord bei Desktop-Prozessoren. Der schnellere Athlon FX-55 kam auf im Vergleich günstige 827 US-Dollar und bot obendrauf eine 64-Bit-Erweiterung. Konkurrenz aus dem eigenen Hause bekam der teure Prozessor von dem Pentium 4 560 mit älterem und heißerem Prescott-Kern, der für 417 US-Dollar lediglich 2 Prozent langsamer war und SSE3 unterstützte.

In der Kategorie „Im Test vor 15 Jahren“ wirft die Redaktion seit Juli 2017 jeden Samstag einen Blick in das Test-Archiv. Die letzten 20 Artikel, die in dieser Reihe erschienen sind, führen wir nachfolgend auf:

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