Im Test vor 15 Jahren: ATi Radeon X850 XT Platinum Edition beließ alles beim Alten

Robert McHardy 62 Kommentare
Im Test vor 15 Jahren: ATi Radeon X850 XT Platinum Edition beließ alles beim Alten

tl;dr: Die Radeon X850 XT Platinum Edition (Test) hatte gegenüber den älteren X800 XT PE nur wenige Vorteile. Diese begrenzten sich weitestgehend auf einen marginal höheren GPU- und Speichertakt, ein neues Dual-Slot-Design sowie PCI Express.

“PE“ mit 20 MHz mehr Takt

Die Unterschiede zwischen dem ATi Radeon R420/423 und dem neueren R480 der Radeon X850 XT Platinum Edition (PE) beliefen sich auf wenige Megahertz Takt. Gegenüber der Radeon X800 XT PE konnte die X850 XT PE 20 MHz mehr GPU- und 30 MHz mehr Speichertakt verbuchen. Die grundlegende Chiparchitektur und das Fertigungsverfahren blieben gleich. Damit wurde der R480 im Gegensatz zum R430, der in den langsameren Radeon X800 (XL) eingesetzt wurde, weiterhin in 130 statt 110 nm gefertigt.

Mit wuchtigem 2-Slot-Kühlsystem

Ein Unterscheidungsmerkmal war der verbaute Kühler, der ein Dual-Slot-Design aufwies und somit gegenüber der älteren Single-Slot-Kühllösung der X800 XT PE Vorteile im Hinblick auf Lautstärke und Leistung haben sollte. Das neue Design setzte auf einen Radiallüfter, der Luft aus dem Gehäuse ansaugte und über den Grafikchip sowie erstmals auch die Speicherchips blies. Auf der Rückseite der Grafikkarte verbaute ATi eine dünne Aluminiumplatte, die die dort platzierten GDDR3-Speicherchips bedeckte und somit für eine passive Kühlung derer sorgte.

Wichtiger als die Kühlung war allerdings, dass ATi mit der X850-Serie auf PCI Express statt AGP als Interface setzte. Damit zog der Hersteller mit Nvidia und ihrem PCIe-Portfolio gleich. Im Vergleich zu AGP bot PCIe diverse Vorteile wie Stromversorgung über den Steckplatz und höhere Datenraten.

Radeon X800 Pro Radeon X800 XT PE Radeon X850 XT PE GeForce 6800 GT GeForce 6800 Ultra
Chip R420/423 R480 NV40/45
Transistoren ca. 160 Mio. ca. 222 Mio.
Fertigung 130 nm
Taktung (MHz) 475 520 540 350 400
Renderpipes 12 16
Pixelfüllrate 5.700 MPix/s 8.320 MPix/s 8.640 MPix/s 5.600 MPix/s 6.400 MPix/s
TMUs je Pipe 1
Texelfüllrate 5.700 MTex/s 8.320 MTex/s 8.640 MTex/s 5.600 MTex/s 6.400 MTex/s
Vertexeinheit DX9 VS 2.0+ DX9 VS 3.0
Vertexpipes 6
Interface PCIe x16/AGP PCIe x16 PCIe x16/AGP
SLI-Modus nein ja
Texturen pro Pass 8 (16)
Pixelshader PS 2.0+ PS 3.0
Speicher 256 MByte GDDR3
Anbindung 256 Bit
Speichertakt (MHz) 450 560 590 500 550
Bandbreite (MByte/s) 28.800 35.840 37.740 32.000 35.200
RAMDAC 2 × 400 MHz
Präz. pro Kanal 24 Bit (FP24) 32 Bit (FP32)

In den Benchmarks bestätigte sich, was den Spezifikationen nach unausweichlich war. Die Leistung der Radeon X850 XT PE lag nur marginal – im Durchschnitt zwischen ein und zwei Prozent – über der ihres Vorgängers.

Besser, aber kaum verfügbar

Am Ende des Tests war die Radeon X850 XT PE zwar die schnellste Grafikkarte, die ComputerBase bis dato getestet hatte, eine Empfehlung blieb ihr aber verwehrt. Der bessere Kühler und PCI Express waren zwar nette Neuerungen, eine Neuanschaffung rechtfertigten sie aber nicht. Und auch wer ein neues System plante, der wurde im Jahr 2004 durch die schlechte Verfügbarkeit von High-End-Grafikkarten gegängelt. Das vorläufige Fazit zur X850 XT PE lautete im Dezember 2004 damit „auf Verfügbarkeit warten und weitersehen“.

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