Sony WF-XB700 im Test: Klang, Latenz und Fazit

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Frank Hüber 9 Kommentare

Bass-fokussierter, guter Klang

Der Klang der Sony WF-XB700 legt den Fokus auf den Bass, wie es das Modell aus der Extra-Bass-Serie auch verspricht. Neutral ist der Klang somit nicht. Tiefe Frequenzen werden auch bei niedriger Lautstärke wiedergegeben und gehen nicht verloren. Der Bass ist dabei aber nicht dumpf und wummernd, sondern klar definiert in Szene gesetzt. Aktuelle Popmusik kommt der Ausrichtung der WF-XB700 somit am ehesten zugute.

Bei den Höhen mangelt es den WF-XB700 etwas an Klarheit und Prägnanz. Sie stechen nie eindrucksvoll hervor, sondern bleiben immer etwas zurück. Wenn man darauf wartet, dass sie sich von der restlichen Musik abheben und eine breite Bühne entfalten, bleibt genau dies aus. Dafür verzerren die Höhen auch bei maximaler Lautstärke kaum und werden nicht hart.

Die Mitten werden zwar gut und differenziert ausgespielt, bleiben aber auch etwas hinter den Bässen zurück und könnten in Relation lauter ausfallen. Gesang ist gut verständlich und wird nicht von den Bässen überlagert.

Den Sony WF-XB700 fehlt an dieser Stelle tatsächlich ein Equalizer oder auswählbare Presets, die je nach Einsatzzweck und Genre gewählt werden könnten.

Sony WF-XB700
Sony WF-XB700

Etwas blecherne Telefonie mit viel Filterung

Bei der Telefonie liefern die Sony WF-XB700 einen etwas blechernen Klang, der durch eine starke Filterung entsteht. Denn Hintergrundgeräusche werden abseits heller, plötzlicher Geräusche fast vollständig eliminiert. Die Verständlichkeit ist somit gut, auch wenn der Anrufer etwas dumpf und blechern klingt. Am Anfang und Ende gesprochener Worte ist zudem das typische leichte Rauschen der Filterung zu hören. Gelegentliche Anrufe lassen sich über die WF-XB700 somit durchaus führen, für lange Gespräche sollte man seinem Gegenüber zuliebe besser zu einer Alternative wie dem Smartphone greifen.

Normale Latenzen

Für die Messung der Latenz wird sowohl unter Android als auch iOS auf AAC als Audio-Codec zurückgegriffen. Dieser zeichnet sich nicht durch besonders niedrige Latenzen wie etwa aptX LL aus. Entsprechend kommen auch die WF-XB700 auf eine Latenz von 160 bis 180 ms, was bedeutet, dass dem Audio-Codec durch die In-Ears keine unnötige Verzögerung hinzugefügt wird.

Latenz zwischen Bild und Ton im Vergleich
In-Ear-Kopfhörer Latenz
Sony WF-XB700 160–180 ms (Android/iOS, AAC)
Adidas RPD-01 160–180 ms (Android/iOS, SBC)
Skullcandy Sesh Evo 160–180 ms (Android/iOS, AAC)
Skullcandy Indy Fuel 160–180 ms (Android/iOS, SBC)
Mpow M9 160–180 ms (Android/iOS, AAC)
Anker Soundcore Spirit X2 160–180 ms (Android, aptX) / 160–180 ms (iOS, AAC)
Anker Soundcore Spirit Dot 2 160–180 ms (Android/iOS, AAC)
Audio-Technica ATH-CK3TW 160–180 ms (Android, aptX) / 160–180 ms (iOS, SBC)
iFrogz Airtime Sport 160–180 ms (Android, AAC) / 160–180 ms (iOS, AAC)
JBL Reflect Flow 160–180 ms (Android, AAC) / 160–180 ms (iOS, AAC)
JBL Tune220TWS 160–180 ms (Android, AAC) / 160–180 ms (iOS, AAC)
Huawei FreeBuds 3i 160–180 ms (Android, aptX) / 160–180 ms (iOS, AAC)
Honor Magic Earbuds 160–180 ms (Android, aptX) / 160–180 ms (iOS, AAC)
Anker SoundCore Liberty Air 2 160–180 ms (Android, aptX) / 160–180 ms (iOS, AAC)
Sony WF-1000XM3 160–180 ms (Android/iOS, AAC)
Sennheiser Momentum True Wireless 2 60–80 ms (Android, aptX) / 160–180 ms (iOS, AAC)
Samsung Galaxy Buds+ 160–180 ms (iOS, AAC/Android) / 80 ms (Spielemodus mit Samsung-Smartphone)
Bose SoundSport Free 160–180 ms (iOS, AAC) / 300 ms (Android)
Jabra Elite Active 75t 160–180 ms (iOS, AAC/Android, SBC)
Padmate PaMu Slide 160–180 ms (iOS/Android, aptX)
Jabra Elite 75t 160–180 ms (iOS, AAC/Android, SBC)
Apple AirPods Pro 160–180 ms (iOS, AAC/Android, SBC)
Sennheiser Momentum True Wireless 60–80 ms (Android, aptX) / 160–180 ms (iOS, AAC)
EarFun Free (2. Gen.) 160–180 ms
EarFun Free 160–180 ms
Yobybo Card20 160–180 ms
Apple AirPods (2. Gen.) 160–180 ms
Huawei FreeBuds 3 60–80 ms
Razer Hammerhead 180 ms / Gaming-Mode: 60–80 ms
Creative Outlier Gold 160 ms
Anker Soundcore Liberty 2 Pro 60–80 ms
Cambridge Audio Melomania 1 180 ms
Xiaomi Redmi AirDots 160–180 ms
Jaybird Vista 160 ms
Skullcandy Indy 160–180 ms
Skullcandy Sesh 160–180 ms
TaoTronics SoundLiberty 53 200 ms

Fazit

Mit einer Extraportion Bass, einer IPX4-Zertifizierung und ihrem extravaganten Design sind die kabellosen In-Ear-Kopfhörer Sony WF-XB700 in erster Linie eine Option für den kombinierten Einsatz aus Fitnessstudio und Alltag. Der Klang erreicht insgesamt gerade noch ein „Gut“, wobei die Mitten und Höhen hinter den Bässen zurückbleiben und ihrerseits etwas an Präsenz und Klarheit vermissen lassen. Die Akkulaufzeit von rund 9 Stunden ist sehr gut und länger als bei den meisten anderen kabellosen In-Ears. Allerdings lädt das Ladecase die Ohrhörer nur ein Mal vollständig auf. Die Samsung Galaxy Buds+ (Test) können in dieser Hinsicht aber mithalten und übertreffen die WF-XB700 sogar noch.

Sony WF-XB700
Sony WF-XB700
Sony WF-XB700
Sony WF-XB700

Doch im Vergleich zu den hervorragenden Sony WF-1000XM3 (Test) fehlt den WF-XB700 nicht nur eine aktive Geräuschunterdrückung, sondern auch die Unterstützung durch die Sony-Headphones-Connect-App, um Firmware-Updates einspielen, Anpassungen an der Steuerung vornehmen und einen Equalizer nutzen zu können. Auch einen Transparenzmodus lassen die In-Ears vermissen.

Die Steuerung hat Sony hingegen gut, wenn auch ungewöhnlich umgesetzt. Denn Fehleingaben werden effektiv verhindert und die Ohrhörer trotz Tasten bei der Bedienung nicht jedes Mal ins Ohr gedrückt.

Das ausladende Design sorgt dafür, dass die WF-XB700 zwar sehr angenehm und sicher im Ohr sitzen, aber nicht unter Mützen getragen werden können. Wer gerne nur einen Ohrhörer allein benutzt, ist bei den WF-XB700 zudem auf den linken Ohrhörer beschränkt, denn nur dieser lässt sich alleine nutzen.

Sony WF-XB700
Produktgruppe In-Ear-Kopfhörer, 07.07.2020
  • Klang
    +
  • Verarbeitung
    +
  • Tragekomfort
    +
  • Bedienung
    +
  • Guter Klang
  • Lange Akkulaufzeit
  • Sehr angenehmes Tragegefühl mit festem Halt
  • Vollständige Bedienung über Ohrhörer
  • Schnellladen
  • Kein Transparenzmodus
  • Keine optionale App für Updates und Anpassungen
  • Ausladende Ohrhörer
  • Keine vollständige Einzelnutzung

Für eine unverbindliche Preisempfehlung von 150 Euro und einen Straßenpreis von derzeit noch fast 140 Euro haben die Sony WF-XB700 viel Konkurrenz. Sehr gute Alternativen stellen dabei die im Test bereits häufiger erwähnten Samsung Galaxy Buds+ (Test) für nur 115 Euro dar. Aber auch die Jabra Elite 75t (Test), die für 180 Euro mehr bieten, sind einen Blick wert.

ComputerBase hat die WF-XB700 leihweise von Sony zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.

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