JBL Live 300TWS im Test: Klang, Latenz und Fazit

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Frank Hüber 34 Kommentare

Bass-betonter, guter Klang

Beim Klang machen die JBL Live 300TWS keinen Hehl daraus, dass sie einen kraftvollen Bass ausspielen wollen. Dennoch ist dieser nicht übertrieben und die Live 300TWS setzen auch nicht auf bloßes dumpfes Wummern. Stattdessen bieten sie einen voluminösen, gut differenzierten Bass, der auch bei niedrigerer Lautstärke ausgespielt wird.

Die Höhen überzeugen ebenfalls mit ihrer Präsenz und ihrem selbst bei hoher Lautstärke guten Klang, der nicht zu hart wird und nur leicht verzerrt. Die Mitten sorgen für eine gute Verständlichkeit von Gesang, je nach Titel stehen der Bass und die Höhen jedoch mehr im Fokus.

Insgesamt bieten die JBL Live 300TWS einen guten, modernen Klang, der sich wie die In-Ears selbst nicht auf einen Einsatzzweck beziehungsweise ein Genre festlegt.

Etwas blecherne Telefonie

Die Mikrofone der JBL Live 300TWS sorgen für eine insgesamt gute Telefonie, die Hintergrundgeräusche gut herausfiltert, ohne dabei viele Artefakte um die gesprochenen Worte zu erzeugen. Der Anrufer klingt jedoch etwas blechern und weiter entfernt als beim Einsatz des Smartphones. Telefonate können demnach durchaus über die Ohrhörer geführt werden, wenn ein etwas blecherner Klang in Kauf genommen werden kann.

Normale Latenzen

Bei den Latenzen weisen die JBL Live 300TWS den normalen Versatz von 160 bis 180 ms auf. Dies gilt sowohl unter Android als auch iOS beim Einsatz von AAC.

Latenz zwischen Bild und Ton im Vergleich
In-Ear-Kopfhörer Latenz
JBL Live 300TWS 160–180 ms (Android/iOS, AAC)
Sony WF-XB700 160–180 ms (Android/iOS, AAC)
Adidas RPD-01 160–180 ms (Android/iOS, SBC)
Skullcandy Sesh Evo 160–180 ms (Android/iOS, AAC)
Skullcandy Indy Fuel 160–180 ms (Android/iOS, SBC)
Mpow M9 160–180 ms (Android/iOS, AAC)
Anker Soundcore Spirit X2 160–180 ms (Android, aptX) / 160–180 ms (iOS, AAC)
Anker Soundcore Spirit Dot 2 160–180 ms (Android/iOS, AAC)
Audio-Technica ATH-CK3TW 160–180 ms (Android, aptX) / 160–180 ms (iOS, SBC)
iFrogz Airtime Sport 160–180 ms (Android, AAC) / 160–180 ms (iOS, AAC)
JBL Reflect Flow 160–180 ms (Android, AAC) / 160–180 ms (iOS, AAC)
JBL Tune220TWS 160–180 ms (Android, AAC) / 160–180 ms (iOS, AAC)
Huawei FreeBuds 3i 160–180 ms (Android, aptX) / 160–180 ms (iOS, AAC)
Honor Magic Earbuds 160–180 ms (Android, aptX) / 160–180 ms (iOS, AAC)
Anker SoundCore Liberty Air 2 160–180 ms (Android, aptX) / 160–180 ms (iOS, AAC)
Sony WF-1000XM3 160–180 ms (Android/iOS, AAC)
Sennheiser Momentum True Wireless 2 60–80 ms (Android, aptX) / 160–180 ms (iOS, AAC)
Samsung Galaxy Buds+ 160–180 ms (iOS, AAC/Android) / 80 ms (Spielemodus mit Samsung-Smartphone)
Bose SoundSport Free 160–180 ms (iOS, AAC) / 300 ms (Android)
Jabra Elite Active 75t 160–180 ms (iOS, AAC/Android, SBC)
Padmate PaMu Slide 160–180 ms (iOS/Android, aptX)
Jabra Elite 75t 160–180 ms (iOS, AAC/Android, SBC)
Apple AirPods Pro 160–180 ms (iOS, AAC/Android, SBC)
Sennheiser Momentum True Wireless 60–80 ms (Android, aptX) / 160–180 ms (iOS, AAC)
EarFun Free (2. Gen.) 160–180 ms
EarFun Free 160–180 ms
Yobybo Card20 160–180 ms
Apple AirPods (2. Gen.) 160–180 ms
Huawei FreeBuds 3 60–80 ms
Razer Hammerhead 180 ms / Gaming-Mode: 60–80 ms
Creative Outlier Gold 160 ms
Anker Soundcore Liberty 2 Pro 60–80 ms
Cambridge Audio Melomania 1 180 ms
Xiaomi Redmi AirDots 160–180 ms
Jaybird Vista 160 ms
Skullcandy Indy 160–180 ms
Skullcandy Sesh 160–180 ms
TaoTronics SoundLiberty 53 200 ms

Fazit

Die JBL Live 300TWS erweisen sich im Test mit ihrem Aufbau, den Funktionen, der Akkulaufzeit und dem Klang als gute Allrounder, die dank den Ear-Wings und dem angenehmen Tragegefühl, bei dem wenig Druck im Gehörgang erzeugt wird, sowohl im Alltag als auch beim Sport genutzt werden können.

JBL Live 300TWS
JBL Live 300TWS
JBL Live 300TWS
JBL Live 300TWS

Der gute Klang ist JBL-typisch etwas Bass-betonter, ohne jedoch zu wummern und zum Einheitsbrei zu verkommen. Mit Funktionen wie den beiden Transparenzmodi Ambient Aware und Talk-Thru sowie Auto-Pause und -Play, durch die die Musikwiedergabe pausiert und fortgesetzt wird, wenn ein Ohrhörer aus dem Ohr genommen oder in dieses zurückgesetzt wird, bieten die Ohrhörer im Alltag sinnvolle Extras. Bei den beiden Transaprenzmodi muss jedoch ein verstärktes Hintergrundrauschen in Kauf genommen werden, das bei TalkThru geringer ausfällt als bei Ambient Aware. Dennoch stellen beide Modi eine im Alltag sinnvolle Ergänzung dar, wenn man sich (sportlich) im Straßenverkehr bewegt.

Die Steuerung der Musikwiedergabe über die Ohrhörer ist vollständig, sofern man die Laustärkesteuerung über die optionale App aktiviert. Insgesamt ist die Touchsteuerung gut umgesetzt, erfordert jedoch etwas Übung, um ein Gefühl für die Wischgesten und die Dauer des Tippens zu erhalten. Die optionale App bietet neben Firmware-Updates einen Equalizer mit Presets und der Option auf eigene Profile, bleibt bei den Anpassungen der Steuerung aber hinter den Möglichkeiten zurück, da die eigentliche Musiksteuerung nicht verändert werden kann.

Mit Siri, Bixby, Google Assistant und Amazon Alexa können alle wichtigen Sprachassistenten genutzt werden und man ist nicht nur auf den primären Assistenten des Smartphones beschränkt.

JBL Live 300TWS
Produktgruppe In-Ear-Kopfhörer, 22.07.2020
  • Klang
    +
  • Verarbeitung
    +
  • Tragekomfort
    ++
  • Bedienung
    +
  • Guter Klang
  • Gute Akkulaufzeit
  • Sehr angenehmes Tragegefühl mit festem Halt
  • Vollständige Bedienung über Ohrhörer
  • Auto-Pause und Auto-Play
  • Transparenzmodi
  • Schnellladen
  • Transparenzmodi rauschen
  • Keine vollständige Einzelnutzung
ComputerBase-Empfehlung für JBL Live 300TWS

Diese guten Eigenschaften haben ihren Preis. Denn mit rund 134 Euro im Handel und einer unverbindlichen Preisempfehlung von 149 Euro setzen sich die JBL Live 300TWS auch preislich von kabellosen Einsteiger-In-Ears ab. Für Nutzer eines Samsung-Smartphones sind die Samsung Galaxy Buds+ (Test) für rund 115 Euro eine Alternative.

ComputerBase hat die Live 300TWS leihweise von JBL zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.

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